„Die Kernarbeit wird zukünftig nicht mehr in formalisierten Sitzungen stattfinden.“
KI ist für den Aufsichtsrat kein zusätzliches Thema, sondern ein struktureller Veränderungstreiber. Das Zielbild eines KI-fähigen Aufsichtsrats ist kein technischer Endzustand, sondern eine veränderte Logik der Gremienarbeit. Governance, Kompetenz und Prozesse sind dabei eng miteinander verbunden. Werden sie isoliert entwickelt, bleiben Effekte begrenzt oder widersprüchlich.
KI verändert nicht die rechtliche Rolle des Gremiums, wohl aber deren Ausübungstiefe, Arbeitslogik und Governance Anforderungen. Entscheidend ist, ob Aufsichtsräte diese Entwicklung bewusst gestalten, institutionell einhegen und kompetenzseitig absichern – oder ob neue Grauzonen zwischen Kontrolle und Mitsteuerung entstehen.
Die Aussagen der Studie beruhen auf qualitativen Interviews mit 32 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern mit insgesamt 58 Mandats‑ und Funktionsbezügen in 51 Unternehmen, vom Aufsichtsratsvorsitzenden im DAX 40 Unternehmen bis zum Beiratsmitglied in nicht börsennotierten Gesellschaften. Dadurch lassen sich Muster sowohl aus einzelnen Unternehmenskontexten ableiten, als auch über unterschiedliche Aufsichtsratskontexte hinweg betrachten.
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